Interkommunale Zusammenarbeit wird ab 2027 auf den Netzbetrieb ausgeweitet
Wunsiedel, 14. September 2026 – Die Zusammenarbeit zwischen dem gemeinsamen Kommunalunternehmen (gKU) Weißenstadt und der ZukunftsEnergie Nordostbayern GmbH (ZENOB) wird weiter ausgebaut. Zum 1. Januar 2027 pachtet die SWW Wunsiedel GmbH, Hauptgesellschafterin der ZENOB, das Niederspannungsnetz des gKU und übernimmt dessen Betrieb sowie den Messstellenbetrieb. Der entsprechende Pachtvertrag wurde im September vom Vorstand des gKU und der Geschäftsführung der SWW/ZENOB unterzeichnet. Das Stromnetz bleibt dabei im Eigentum des gKU. Auch das gKU selbst bleibt als eigenständiges Kommunalunternehmen bestehen.
Damit setzen beide Partner einen Weg fort, der bereits zum 1. Januar 2026 mit der Übertragung des Stromvertriebs an die SWW/ZENOB begonnen hat. Schon damals war vorgesehen, perspektivisch auch den Netzbetrieb in die Zusammenarbeit einzubeziehen. Für die Bürgerinnen und Bürger in Bad Weißenstadt ändert sich dadurch im Alltag nichts: Die bekannten Ansprechpartner vor Ort bleiben erhalten, ebenso das Team des gKU. Das Mittelspannungsnetz ist nicht Bestandteil der Vereinbarung und verbleibt beim Bayernwerk.
SWW pachtet als Hauptgesellschafterin der ZENOB
Die ZENOB selbst ist noch keine Netzbetreiberin. Deshalb wird der Pachtvertrag zwischen dem gKU und der SWW Wunsiedel geschlossen und auf diesem Wege in die ZENOB integriert. Die SWW ist als eines der insgesamt 41 Gesellschafterunternehmen ein großer Bestandteil der ZENOB.
Die Aufgabe der ZENOB ist es, interkommunale Zusammenarbeit zu ermöglichen und übergreifende Aufgaben und Ressourcen der kommunalen Energieversorger zu bündeln. Perspektivisch wird dies auch auf Netzebene mit einer eigens dafür gegründeten Firma, der künftigen ZENOB Grid, möglich sein. Ein entsprechender Aufsichtsratsbeschluss ist gefasst und derzeit wird die Gründung vorbereitet. Künftig sollen alle Netzkooperationen in diesem netzbetreibenden Unternehmen geführt werden. Bis dahin werden diese Aufgaben durch Kooperationen der Gesellschafter abgedeckt – so wie in diesem Fall zwischen gKU und SWW.
Aufgaben bündeln, Strukturen vor Ort erhalten
Hintergrund der Kooperation sind insbesondere die stetig wachsenden administrativen und regulatorischen Anforderungen in der Energiewirtschaft. Für kleinere kommunale Versorger wird es zunehmend schwieriger, die damit verbundenen Aufgaben mit einem vergleichsweise kleinen Personalstamm in allen Bereichen eigenständig abzudecken.
Genau hier setzt die ZENOB an. Als interkommunaler Zusammenschluss von 41 Gesellschaftern, zu denen auch das gKU gehört, bündelt sie Aufgaben, Fachwissen und personelle Ressourcen. Gemeinsame Strukturen, Vertretungsmöglichkeiten und Schulungen sollen die einzelnen Unternehmen entlasten und zugleich die kommunale Energieversorgung vor Ort stärken.
Für den Bad Weißenstädter Bürgermeister, Matthias Beck, ist die Vereinbarung deshalb vor allem ein Schritt, um die örtlichen Strukturen langfristig zu sichern: „Für unsere Bürgerinnen und Bürger soll die Energieversorgung vor allem eines sein: verlässlich und unkompliziert. Dafür müssen wir die Strukturen im Hintergrund langfristig und versorgungssicher aufstellen. Mit der ZENOB haben wir einen regionalen Partner, mit dem wir diese Aufgaben gemeinsam lösen können, während unser Kommunalunternehmen in Bad Weißenstadt erhalten bleibt.“
Auch Nicolas Lahovnik, ZENOB- und SWW-Aufsichtsratsvorsitzender sowie Erster Bürgermeister von Wunsiedel, sieht in der Vereinbarung ein konkretes Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung der Vision: „Für solche Kooperationen wurde die ZENOB als interkommunaler Zusammenschluss geschaffen: Nicht jedes kommunale Unternehmen muss jede Aufgabe für sich allein lösen. Wir können Kompetenzen bündeln, gemeinsame Strukturen schaffen und uns gegenseitig absichern, ohne die Eigenständigkeit vor Ort aufzugeben. Die Zusammenarbeit mit dem gKU zeigt sehr konkret, wie dieses Modell in der Praxis funktionieren kann.“
Komplexität gemeinsam bewältigen
Für den Vorstand des gKU, Stefan Webhofer, ist die Erweiterung der Zusammenarbeit eine weitere Entlastung seines Kommunalunternehmens: „Die administrativen Anforderungen werden immer umfangreicher. Um ihnen dauerhaft in allen Bereichen gerecht werden zu können, müssen wir uns auf eine breitere Basis stellen und enger zusammenarbeiten. Gleichzeitig bleiben unsere Mitarbeiter und Ansprechpartnerin Bad Weißenstadt vor Ort. Für die Bürgerinnen und Bürger ist die Veränderung deshalb praktisch nicht spürbar.“
Auch aus kaufmännischer Sicht schafft die Zusammenarbeit eine Grundlage, um kleinere kommunale Netzstrukturen langfristig tragfähig zu organisieren. „Ein Stromnetz wirtschaftlich zu betreiben, bedeutet heute weit mehr, als die technische Infrastruktur zu unterhalten. Dahinter stehen zahlreiche Prozesse und Anforderungen, die unabhängig von der Größe eines Netzes erfüllt werden müssen. Gerade bei kleineren Netzgebieten ist es deshalb wirtschaftlich sinnvoll, diese Strukturen auf eine größere Basis zu stellen. So können wir die kommunalen Netze vor Ort erhalten und zugleich Bedingungen schaffen, unter denen ihr Betrieb auch langfristig tragfähig bleibt“, erklärt der kaufmännische Geschäftsführer der SWW und ZENOB, Ulrich Pieringer.
Für die ZENOB ist die Vereinbarung in Bad Weißenstadt damit zugleich ein weiterer Baustein eines Ansatzes, der bewusst Schritt für Schritt umgesetzt wird. ZENOB- und SWW-Geschäftsführer Marco Krasser betont: „Wir wollen die lokalen Energieversorger unserer Gesellschafter Schritt für Schritt dort entlasten, wo gemeinsame Strukturen einen echten Vorteil bringen. In Bad Weißenstadt haben wir mit dem Stromvertrieb begonnen und erweitern die Zusammenarbeit nun um Netz- und Messstellenbetrieb. Dabei geht es nicht darum, die Stadtwerke und Kommunalunternehmen zu ersetzen. Es geht darum, ihnen den Rücken freizuhalten, damit sie ihre Aufgaben vor Ort auch unter steigenden Anforderungen langfristig zuverlässig erfüllen können.“
Die ausführlichen Statements nochmal im Überblick
Matthias Beck (Erster Bürgermeister von Bad Weißenstadt am See):
„Für unsere Bürgerinnen und Bürger soll die Energieversorgung vor allem eines sein: verlässlich und unkompliziert. Dafür müssen wir dieStrukturen im Hintergrund langfristig und versorgungssicher aufstellen. Mit der ZENOB haben wir einen regionalen Partner, mit dem wir diese Aufgaben gemeinsam lösen können, während unser Kommunalunternehmen in Bad Weißenstadt erhalten bleibt.“
Nicolas Lahovnik (Erster Bürgermeister der Stadt Wunsiedel, Aufsichtsratsvorsitzender der SWW und der ZENOB):
„Für solche Kooperationen wurde die ZENOB als interkommunaler Zusammenschluss geschaffen: Nicht jedes kommunale Unternehmen muss jede Aufgabe für sich allein lösen. Wir können Kompetenzen bündeln, gemeinsame Strukturen schaffen und uns gegenseitig absichern, ohne die Eigenständigkeit vor Ort aufzugeben. Die Zusammenarbeit mit dem gKU zeigt sehr konkret, wie dieses Modell in der Praxis funktionieren kann.“
Stefan Webhofer (Vorstandsvorsitzender des gKUs Oberes Egertal):
„Die administrativen Anforderungen werden immer umfangreicher. Um ihnen dauerhaft in allen Bereichen gerecht werden zu können, müssen wir uns auf eine breitere Basis stellen und enger zusammenarbeiten. Gleichzeitig bleiben unsere Mitarbeiter und Ansprechpartner in Bad Weißenstadt vor Ort. Für die Bürgerinnen und Bürger ist die Veränderung deshalb praktisch nicht spürbar.“
Marco Krasser (Geschäftsführer der ZENOB und der SWW):
„Wir wollen die lokalen Energieversorger unserer Gesellschafter Schritt für Schritt dort entlasten, wo gemeinsame Strukturen einen echten Vorteil bringen. In Bad Weißenstadt haben wir mit dem Stromvertrieb begonnen und erweitern die Zusammenarbeit nun um Netz- und Messstellenbetrieb. Dabei geht es nicht darum, die Stadtwerke und Kommunalunternehmen zu ersetzen. Es geht darum, ihnen den Rücken freizuhalten, damit sie ihre Aufgaben vor Ort auch unter steigenden Anforderungen langfristig zuverlässig erfüllen können.“
Ulrich Pieringer (Kaufmännischer Geschäftsführer der ZENOB und SWW):
„Ein Stromnetz wirtschaftlich zu betreiben, bedeutet heute weit mehr, als die technische Infrastruktur zu unterhalten. Dahinter stehen zahlreiche Prozesse und Anforderungen, die unabhängig von der Größe eines Netzes erfüllt werden müssen. Gerade bei kleineren Netzgebieten ist es deshalb wirtschaftlich sinnvoll, diese Strukturen auf eine größere Basis zu stellen. So können wir die kommunalen Netze vor Ort erhalten und zugleich Bedingungen schaffen, unter denen ihr Betrieb auch langfristig tragfähig bleibt.“



